Android Studio 1.4

Android Studio 1.4

Am 30. September veröffentlichte Google die Version 1.4 des Android Studios. Es handelt sich hierbei eigentlich um mehr als ein kleines Update, obwohl viele der Verbesserungen für den Entwickler nicht unmittelbar sichtbar sind.

Android Studio 1.4

Android Studio 1.4

Die größten Änderungen können in 3 Rubriken zusammengefasst werden: Design-Werkzeuge, Leistungsüberwachung und Entwickler-Dienste, welche nachfolgend vorgestellt werden.

1. Design-Werkzeuge

1.1 Vector Assets

Mit der Android-Version 5.0 (Lollipop) wurden die „Vector Drawables“ eingeführt, mit welchen Vektor-Grafiken verwendet werden können. Der große Vorteil von Vektor-Grafiken im Vergleich zu Raster-Grafiken ist, dass für die unterschiedlichen Pixel-Dichten der unterschiedlichen Smartphone-Displays keine eigenen Grafiken erstellt und eingebunden werden müssen. Somit muss auch nur mehr eine Grafik-Datei erstellt und gewartet werden. Da Vector Drawables aber erst ab der Version 5.0 unterstützt werden, müssen – um eine möglicherweise benötigte Abwärtskompatibilität zu gewährleisten – weiterhin Raster-Grafiken verwendet werden. Der Vorteil mit Android Studio 1.4 ist aber, dass das Erstellen der Raster-Grafiken vom Build-Prozess übernommen wird und der Entwickler sich nur um die Vektor-Grafik kümmern muss. Um dies zu nützen, muss das gradle plugin 1.4 eingesetzt werden.

Es besteht entweder die Möglichkeit vordefinierte Grafiken über das „Vector Asset Studio“ einzubinden bzw. eigene Vektor-Grafiken (svg-Format) zu importieren.

Vector Asset Studio

Vector Asset Studio

Vector Asset Studio

Vector Asset Studio

1.2 Theme-Editor

Der neue Theme-Editor hilft dabei, das Design einer App zu verwalten. Mit dieser ersten Version ist es möglich, die Materialdesign-Farben (Colors.xml) einer App zentral und übersichtlich zu bearbeiten. In zukünftigen Versionen werden weitere Attribute über diesen Editor definierbar sein.

Theme Editor

Theme Editor

1.3 Projekt-Vorlagen

Viele Entwickler verwenden den Wizard um Projekte anzulegen bzw. neue Activities zu erstellen. Google hat die Projekt-Vorlagen erneuert und erweitert, um auch die „Android Design Support Library“ neben der „AppCompat Support Library“ einzubinden.

Projekt-Vorlagen

Projekt-Vorlagen

2. Leistungsüberwachung

Die Optimierung einer App bezüglich Leistung ist immer ein wichtiger Bestandteil des Entwicklungsprozesses. Für diesen Zweck wurden neue Leistungsüberwachungs-Funktionen ins Android Studio 1.4 integriert. Neben dem neuen Netzwerk-Monitor ist hierfür auch ein GPU-Monitor enthalten.

2.1 Netzwerk-Monitor

Der Netzwerk-Monitor dient zum Messen des Datenverkehrs. Es werden Empfangs- und Sendedaten pro Sekunde in einem gemeinsamen Diagramm dargestellt.

Netzwerk-Monitor

Netzwerk-Monitor

2.2 GPU-Monitor

Mit dem GPU-Monitor ist es möglich die Auslastung des Grafik-Prozessors zu überwachen. Um die GPU-Überwachung zu aktivieren, muss diese zuerst am Smartphone bzw. am Emulator freigegeben werden (Einstellungen à Entwickler-Optionen à GPU-Rendering à adb shell dumpsys gfxinfo). Weitere Informationen zum komplexen Thema GPU-Rendering können der Entwicklerdokumentation von Google entnommen werden.

GPU-Monitor

GPU-Monitor

3. Entwickler-Dienste

3.1 Firebase

Es ist nun noch einfacher ein Firebase-Backend für eine App hinzuzufügen. Firebase ist ein Cross-Plattform Backend für Cloud-basierte Anwendungen und enthält Datenspeicher, Benutzer-Authentifizierung, statisches Datenhosting und noch vieles mehr. Die Firebase-Datenbank wird als JSON gespeichert und mit jedem verbundenen Client synchronisiert. Weitere Informationen betreffend Erstellung eine Android App in Verbindung mit Firebase und der Google App Engine können der Entwicklerdokumentation von Google entnommen werden.

Firebase

Firebase

4. Fazit

Der Umstieg auf die neueste Version des Android Studios sollte auf jeden Fall gemacht werden, da viele tolle Neuerungen enthalten sind, aber natürlich selbst entschieden werden kann, welche man davon wirklich nützen möchte. Überdies ist eine Kompatibilität von Projekten älterer Android Studio-Generationen gewährleistet, was einen möglichen Migrationsaufwand ausschließt.

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