Internet of Things: Wie intelligente Gegenstände den Alltag erleichtern

Internet of Things: Wie intelligente Gegenstände den Alltag erleichtern

Internet of Things ist DAS Trend-Thema, an dem man 2015 – und auch die nächsten Jahre –nicht vorbeikommen wird. Geprägt wurde der Begriff allerdings schon im Jahr 1999 von Kevin Ashton, dem Mitbegründer des internationalen Standards für RFID. Was sind hinter IoT verbirgt und welche Anwendungsbeispiele es jetzt schon gibt, erfahren Sie in diesem Artikel.

Internet of Things (c) https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Internet_of_things_signed_by_the_author.jpg#/media/File:Internet_of_Things.jpg

Internet of Things
(c) https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Internet_of_things_signed_by_the_author.jpg#/media/File:Internet_of_Things.jpg

IoT – die Abkürzung für Internet of Things, auf Deutsch also das Internet der Dinge genannt – beschreibt die Tatsache, dass alltägliche Gegenstände mit einer Intelligenz versehen werden, die es ihnen ermöglicht, sich untereinder zu vernetzen, zu kommunizieren und damit gewisse Ereignisse automatisch auszulösen. Dadurch, dass die Geräte mit dem Internet verbunden sind und die Kommunikation transparent und von selbst im Hintergrund abläuft, liegt für den Menschen der große Vorteil darin, dass er sich nicht aktiv mit den Geräten auseinandersetzen muss. Die Geräte unterstützen also weitgehend unbemerkt. Für die Steuerung der Geräte wird ein PC infolgedessen immer mehr obsolet.

Gegenstände

Wie der Name schon vermuten lässt, kann beim Thema Internet of Things quasi jeder beliebige physische Gegenstand mit dem Internet verbunden und somit global vernetzt werden. Konkrete Beispiele sind unter anderem die Folgenden:

  • Wearables (in Kleidungsstücken verarbeitete Sensoren) und Smartwatches
  • Haushaltsgeräte und Möbelstücke
  • Heizung und Beleuchtung
  • Verkehrsmittel
  • Ampel- und Verkehrsüberwachungsanlagen
  • Medizinische Geräte, wie Blutdruckmesser und Herzschrittmacher
  • Sportgeräte
  • Zutrittssteuerungen
  • Kommunikationsgeräte
  • uvm.

Anwendungsbeispiele

Beispiele für Internet of Things Anwendungen gibt es viele. In diesem Artikel sollen nur ein paar Beispiele und Ansätze aus verschiedenen Kategorien aufgezeigt werden.

Smart Cities

Durch integrierte Sensoren in den verschiedensten Gegenständen werden Messdaten erzeugt, welche im Anschluss vollautomatisch analysiert werden, und somit die Basis für die Steuerung der Abläufe in einer Stadt bilden.

  • Ampelanlagen schalten entsprechend der Anzahl wartender Autos um, womit Staus vermieden werden können.
  • Durch intelligente Beleuchtungssysteme kann in der gesamten Stadt Energie gespart werden.
  • Ein automatisches Abfall- und Reinigungsmanagement hält Straßen sauber und erhöht die Lebensqualität.

Büro

Dem „If this, then that“-Prinzip folgend, können durch verbaute Sensoren auch im Büroalltag verschiedenste Tätigkeiten und Prozesse automatisiert bzw. optimiert werden.

  • Sobald der Patronenstand eines Druckers ein gewisses Minimum erreicht hat, wird automatisch eine neue Patrone nachbestellt.
  • Nach Eingabe meiner Körpermerkmale (z. B. Körpergröße), wird der Bürostuhl automatisch nach ergonomischen Richtlinien eingestellt.
  • Beim Betreten des Büros wird der PC automatisch hoch-, bzw. beim nach Hause gehen wieder heruntergefahren.

Privatbereich

Der vielleicht interessanteste Bereich des Internet of Things sind die Erleichterungen des Alltags, die mit IoT einhergehen.

  • Bei der Paketverfolgung wird automatisch erfasst, wo sich das Paket gerade befindet und die Information kann meist in Echtzeit abgerufen werden. Oft unterstützen hier auch Apps, welche bei einer Statusänderung aktiv eine Push-Nachricht versenden.
  • Wie bereits in unserem früheren Artikel aufgezeigt, können Fitness-Armbänder durch Analyse der von der zugehörigen App aufgezeichneten Daten zu einem gesünderen Lebensstil verhelfen.
  • Eng mit dem „Smart Home“ verknüpft, gehören zum Internet of Things beispielsweise auch Thermostate, die sich automatisch an die Wettervorhersage anpassen. So kann nicht nur Energie, sondern auch Geld gespart werden.
  • Im Haus integrierte Bewegungssensoren helfen dabei, das Licht dort abzudrehen, wo sich gerade niemand befindet.
  • Pünktlich zur täglichen Aufstehzeit werden die Jalousien automatisch hochgefahren, die Fenster zum Lüften geöffnet und die Kaffeemaschine eingeschalten.
  • Verlässt die letzte Person das Haus, schließt automatisch die Haustüre ab und die Alarmanlage wird eingeschaltet. Diese lässt sich – falls nötig – über eine App von unterwegs auch wieder ausschalten.
  • Sobald man am Morgen zum Arbeitsplatz aufbricht, schaltet sich der Staubsaugerroboter ein, um seine übliche Reinigungsroute aufzunehmen.

Identifizierung

Es existieren verschiedene Stufen des Internet of Things. Einerseits kann es ausreichen, mittels RFID oder QR-Code eine Information zu übermitteln, was etwa bei der bereits erwähnten Paketverfolgung der Fall ist. Andererseits kann es nötig sein, dass die Geräte auch selber Informationen verarbeiten. In diesem Fall müssen sie mit entsprechender Hardware ausgestattet werden.

Um all diese Geräte steuern zu können, müssen diese also auch eindeutig identifizierbar sein. Mit dem neuen IPv6-Adressraum stellt diese Explosion an benötigten IP-Adressen allerdings kein Problem dar, denn mit den damit verfügbaren Adressen könnte sogar jedes einzelne Atom der Erde eindeutig identifizierbar gemacht werden.

Stolpersteine

Leider existieren nach wie vor zahlreiche Stolpersteine, die den Erfolg von Internet of Things verhindern können:

  • Die Hardware muss eine minimale Größe aufweisen, damit diese auch in kleinen Gegenständen verbaut werden kann.
  • Drahtlos- und Breitbandnetzwerke müssen weiter ausgebaut werden, um eine flächendeckende Funktionsfähigkeit garantieren zu können.
  • Der Energieverbrauch der Gegenstände muss minimiert bzw. die Lebensdauer von Batterien und Akkus erhöht werden.
  • Das Thema Privatsphäre und Datenschutz ist immer wieder ein heißes Thema und muss daher verstärkt berücksichtigt und vor allem transparent kommuniziert werden.
  • Sicherheitsmaßnahmen wie die Vergabe eines Passwortes, Schutz vor Zugriff von außen oder die Übermittlung von Sicherheitszertifikaten müssen getroffen werden.
  • Zu guter Letzt ist die Einheitlichkeit der Schnittstellen und die Kompatibilität verschiedener Gegenstände ein Thema, das immer noch große Fragen aufwirft. Es muss sich erst ein Standard für die Kommunikation und den übergreifenden Datenaustausch etablieren, um IoT zum Erfolg verhelfen zu können.

Fazit

Die möglichen Stolpersteine dürfen keinesfalls ignoriert werden, ansonsten wird mit Internet of Things nicht der verhoffte Erfolg eintreten. Allerdings bietet IoT aber beinahe unbegrenzte Möglichkeiten die Lebensqualität zu verbessern – die oben angeführten Beispiele sind nur ein Bruchteil des Möglichen. Ich persönlich bin also gespannt, wie weit und wie schnell sich dieses Thema auch bei uns ausbreiten wird. Spannende Ansätze sind in jedem Fall schon vorhanden und täglich springen weitere Hersteller auf den Markt auf, um neue intelligent-vernetzte Geräte auf den Markt zu bringen.

 

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