Möglichkeiten der App Vermarktung – Teil 2: Die App Store Optimierung (ASO)

Möglichkeiten der App Vermarktung – Teil 2: Die App Store Optimierung (ASO)

Letzte Woche konnten Sie sich in Teil 1 mit der App Vermarktung via Website, Social Media, Presse, Events, persönlicher sowie bezahlter Werbung und Promotion auseinandersetzen. Im heutigen zweiten Teil folgen nun meine Tipps zur App Store Optimierung (ASO).

Sie haben sicherlich schon einmal von SEO (Search Engine Optimization) gehört. Dabei geht es darum, einer Website durch verschiedenste Optimierungen ein höheres Ranking in den Ergebnissen einer Suchmaschine zu verschaffen. Gleiches gilt für die App Store Optimierung (ASO). Hier sind die Ziele, dass die App in der Suche einfacher gefunden wird und bei den zutreffenden Keywords besser rankt als die Konkurrenz. Sieht man sich die Statistik von Forrester an, werden ganze 63% der Apps über eine App-Store Suche entdeckt. Aus diesem Grund ist ASO heutzutage unumgänglich.

Wird eine neue App im Store veröffentlicht, hat man möglicherweise das Glück für einige wenige Tage in den „Neuerscheinungen“ gelistet zu werden, was einiges an initialer Aufmerksamkeit mit sich bringt. Dies kann jedoch nicht beeinflusst werden, sodass wir nun zu den aktiv umzusetzenden Punkten kommen.

Die notwendigen technischen Infos zur Veröffentlichung einer App im Store erhalten Sie übrigens in unserem Artikel „Spickzettel für die Einreichung einer App in den Apple App Store, Google Play Store und Windows Phone Store“.

Titel und Kategorie

Bei der Länge des Titels im App Store sollte man vorsichtig sein. Auch wenn man einige Zeichen zur Verfügung hat, sollten nicht alle ausgenutzt werden. Warum? Weil nur ein kleiner Teil, ca. die ersten 12 Zeichen des Titels im App Store am Smartphone auch angezeigt werden – der Rest wird einfach abgeschnitten. Trotzdem ist wichtig, einen noch nicht gebrauchten App-Namen zu verwenden und das Keyword, unter dem man gefunden werden möchte, bereits im Titel zu erwähnen.

Für die App sollte auch die richtige, passende Kategorie gewählt werden – also jene, in die die App tatsächlich einzuordnen ist und nicht jene, in der man gerne gefunden werden würde. Ansonsten haben es die Nutzer schwer, die App auch tatsächlich zu finden.

Keywords

Nicht in jedem Store steht die gleiche Zeichenanzahl für Keywords zur Verfügung. So gibt es im Apple App Store für 100 Zeichen bzw. im Windows Phone Store nur für 5 Keywords Platz, während dieser Abschnitt im Google Play Store gar nicht vorhanden ist.

Suchen Sie zunächst alle möglichen Keywords zusammen, welche in irgendeiner Form für Ihre App relevant sein können. Anschließend überprüfen Sie das Suchvolumen dieser Wörter, sodass in diesem Schritt schon einige gestrichen werden können. Möchte man nicht gerade eine Nische bedienen, ist auch die Einbeziehung einer Konkurrenzanalyse empfehlenswert: Dann sollten jene Wörter aufgenommen werden, bei denen die Konkurrenz gut rankt bzw. bei jenen Keywords, unter denen das Vergleichsunternehmen nicht auftaucht, über das Streichen nachgedacht werden. Diese strategische Entscheidung muss aber jeder Unternehmer anhand seines USP’s selber treffen.

Um Zeichen zu sparen, sollte man das Keyword, das man schon im Titel verwendet hat, außen vor lassen. Weiters ist zu beachten, dass keine Phrasen, sondern nur einzelne Wörter in die Keywords aufgenommen werden. Grund hierfür ist, dass der Store die einzelnen Wörter automatisch zu allen möglichen Phrasen-Kombinationen verbindet.

Ein äußerst wichtiger Punkt bezüglich der Keywords ist auch das Tracking. Es existieren viele verschiedene Tools (beispielsweise AppTweak oder Sensor Tower), welche unter anderem das Ranking der eigenen App unter den Keywords monitoren und Veränderungen in der Positionierung aufzeichnen.

Icon

Beim Icon gibt es 3 Grundregeln: Es sollte zwecks Wiedererkennungswert konsistent sein mit dem App-Design, es sollten keine zu kleinen Details verwendet werden, da diese auf dem Smartphone-Bildschirm nur schwer bzw. gar nicht erkennbar sind und zuletzt sollte im App-Icon kein Text stehen, da dieser aus demselben Grund oft unleserlich ist.

Beschreibung

Auch im Text der App-Beschreibung sollen möglichst alle relevanten Keywords integriert werden. Da man hier mehr Platz zur Verfügung gestellt bekommt (4000 Zeichen bei iOS und Android, 5000 bei Windows Phone), können hier eventuell auch die oben bereits gestrichenen Wörter wieder mit aufgenommen werden. Allerdings sollte man den Text strukturieren – in kurze Absätze gegliederte Texte werden eher gelesen als ein langer Fließtext.

Screenshots und Video

Bei den Screenshots sollten nicht willkürlich irgendwelche Momentaufnahmen verwendet werden. Vielmehr sollte ein Konzept dahinter stecken, sodass die Funktionsweise der App eindeutig beschrieben wird. Wichtig ist dabei auch die Beachtung der richigen Reihenfolge, um die Funktionen zu veranschaulichen bzw. die Geschichte der App bestmöglich zu erzählen. Der erste Screen wird auch im immer Store als Vorschau angezeigt. Daher muss dieser Screenshot nicht unbedingt den Startscreen der App zeigen, sondern er sollte Hauptfunktion der App anzeigen.

Es kann auch hilfreich sein, die Screenshots mit kurzen, prägnanten Erklärungs-Texten aufzuwerten. Achten Sie darauf bei Dateneingaben bzw. angelegten Testdatensätzen sinnvolle und keine völlig absurden Werte zu setzen.

Weiters kann auch ein kurzes Video eingebunden werden, das die Funktionsweise der App anschaulich erklärt. Die genauen Spezifikationen bezüglich Screenshots und Videos finden Sie hier für den Google Play Store und hier für den Apple App Store.

Bewertungen

Eine App ohne oder mit nur sehr wenigen Bewertungen wird meist als nicht besonders seriös angesehen und daher seltener heruntergeladen. Aus diesem Grund sollten anfangs Familie und Freunde um ehrliches Feedback gebeten werden, welches sie auch gleich im jeweiligen Store eintragen. Später sollten die Nutzer direkt über die App um eine Bewertung gebeten werden – hierfür kann entweder ein Pop-Up genützt werden oder ein Link in der App angegeben werden, den der User aktiv bestätigen kann. Natürlich sollten beide Varianten aber nicht gleich bei der ersten Nutzung erscheinen, sondern erst, wenn die App auch mehrmals genutzt wurde. So ist die Wahrscheinlichkeit höher, positive Bewertungen zu erhalten. Eine Erinnerung an die Bewertung ist empfehlenswert, allerdings sollten Nutzer damit nicht „zugespammt“ und somit verärgert werden. Auch Social Media-Connections in der App können helfen, weitere User und damit Bewertungen zu erhalten.

Schlechte Bewertungen dürfen keinesfalls ignoriert werden. Sie stellen ein wichtiges Feedback über Fehlfunktionen und Verbesserungsmöglichkeiten der App dar und sollten immer prompt beantwortet werden. Nehmen Sie das Feedback ernst und lösen Sie die Probleme, können Sie Ihre User um eine neue Bewertung bitten.

Oftmals ist es hilfreich einen eigenen Blogpost mit einer Anleitung zur Lösung eines Problems zu veröffentlichen und diesen einfach in der zeichenmäßig beschränkten Bewertungs-Antwort zu verlinken. Auch eine Kontaktmöglichkeit für Rückfragen sollte dabei unbedingt angegeben werden.

Leider steht die Möglichkeit der Kommentierung nur beim Google Play Store uneingeschränkt zur Verfügung, beim Windows Phone Store können nicht alle Bewertungen kommentiert werden, im Apple App Store ist dies gar nicht möglich.

Mehrsprachigkeit

In je mehr Sprachen eine App zur Verfügung steht, desto öfter wird sie naturgemäß heruntergeladen. Durch vermehrte Downloads werden auch weitere Bewertungen folgen. Somit werden gleich zwei wichtige Faktoren erhöht, die beim Nutzer oft ausschlaggebend sind, ob er sich eine App herunterlädt oder nicht.

Fazit

Grundsätzlich kann gesagt werden, dass man sich bei der Bewerbung einer App nicht nur auf die Optimierungsmöglichkeiten im Store verlassen sollte. Es muss in Bezug auf Werbung vielmehr ein ganzheitlicher Ansatz gewählt werden, der schon vorab – also vor Veröffentlichung der App – bei den potenziellen Nutzern einen Anreiz zum Download schafft. Das Wichtigste ist allerdings, seine Annahmen und Maßnahmen regelmäßig auf deren Wirksamkeit und Erfolg hin zu prüfen und gegebenenfalls zu optimieren bzw. im Fall der Fälle auch gänzlich zu überdenken.

2 Kommentare

  • Mir gefällt der Ansatz, dass alle Marketingmaßnahmen ganzheitlich betrachtet werden und Appreneure sich nicht nur auf eine Säule stützen sollten. Allerdings ist der Ausblick welche Korrelationen sich bieten recht gering. Das ist ein Thema, was ich in meinem Ebook „ASO auf den Punkt gebracht“ angesprochen habe, was sich intensiv mit diesem aufstrebenden Thema beschäftigt und Appreneuren eine Anleitung bietet das Schicksal der eigenen App in die eigenen Hände zu nehmen. 😉

    Wer Interesse hat, hier ist der Link:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.