Wearables: Der Jawbone UP24 Testbericht

Wearables: Der Jawbone UP24 Testbericht

In unserem Beitrag über Wearables kamen wir zu der Erkenntnis, dass dieser boomende Trend sowohl Vor- als auch Nachteile mit sich bringt. Heute möchte ich mein persönliches Fazit zu jenem Band abgeben, das ich seit Monaten selber trage: das  Jawbone UP24.

Das Jawbone UP24.

Das Jawbone UP24.

Jawbone UP 24 – Die Vorteile

Alleine die Akkulaufzeit, welche seit einem Software-Update von etwa 7 auf 14 Tage gesteigert wurde, ist meines Erachtens hervorragend. Geht der Akku zur Neige, wird man rechtzeitig, also einen Tag vorher, ans Aufladen erinnert – dies geht dann auch in rasanten 80 Minuten von statten.

Das schmale, schlichte Design – womit das Jawbone optisch auch als gewöhnliches Armband durchgehen kann – war der Hauptgrund, warum ich mich für dieses Modell und nicht für ein Konkurrenzprodukt entschieden habe.

Die Inbetriebnahme war schnell und einfach durchgeführt und die Bedienung kann sowohl über die dazugehörige App als auch über das Band selbst erfolgen. Der Clou dabei ist, dass nur ein Knopf vorhanden ist, der mithilfe unterschiedlicher „Druckkombinationen“ verschiedenste Funktionen auslöst beziehungsweise beendet. Mit einem kurzen Druck wird der Status angezeigt, ein langes Drücken wechselt zwischen Tages- und Nachtmodus. Auch die Aktivitäts-Stoppuhr (1 x kurz und 1 x lang) sowie die Nickerchen-Funktion (2 x kurz und 1 x lang) können dadurch aktiviert werden.

Mit dem Jawbone werden drei Bereiche getrackt: Aktivität, Schlaf und Essgewohnheiten. Bei der Aufzeichnung der Bewegung kann aus verschiedenen vorgegebenen Aktivitäten gewählt werden, beispielsweise Laufen, Yoga, Skifahren oder Tennis. Übrigens kann auch ein „Inaktivitäts-Alarm“ eingeschalten werden: Wird eine zu lange Inaktivitätsphase aufgezeichnet, beginnt das Band zu vibrieren. Die Aufzeichnung der Aktivitäten erfolgt mit einer Genauigkeit von 95%, was meines Erachtens wirklich hinnehmbar ist. Für alle, denen eine genauere Aufzeichnung wichtig ist, verfügt das Jawbone über eine Kalibrierungsfunktion. Die Schlafaufzeichnung zeigt nicht nur die Leicht- und Tiefschlafphasen grafisch an, sondern gibt auch bekannt, nach wie vielen Minuten man eingeschlafen ist und wie oft man während einer Nacht aufgewacht ist. Der smarte Wecker birgt außerdem die Möglichkeit, sich genau in einer Leichtschlafphase bereits 30-10 Minuten vor Ablauf des Alarms wecken zu lassen. Im dritten Bereich lässt sich die verzehrte Nahrung aufzeichnen. Es kann aus voreingestellten Speisen ausgewählt werden, sodass automatisch die zugeführten Kalorien berechnet werden. Im Vergleich stehen dazu die verbrauchten Kalorien, die durch die initiale Eingabe von Körpergröße, Gewicht und Alter genau berechnet werden.

Die Aktivitäts- und Schlafübersicht, sowie die Detailauswertungen.

Die Aktivitäts- und Schlafübersicht, sowie die Detailauswertungen.

Durch die Team-Funktion kann man sich ganz einfach mit Freunden vergleichen und messen. Als motivierend empfinde ich auch die kurzen Texte, die täglich in der App eingeblendet werden und Ratschläge und Tipps zur Verbesserung der Gesundheit geben.

Jawbone UP 24 – Die Nachteile

Vor dem Kauf ist dringend eine Recherche bezüglich der Kompatibilität empfohlen. Die App ist nur für Android und iOS verfügbar, jedoch nicht für alle Geräte.

Für den stolzen Preis fehlen meines Erachtens noch ein paar Kleinigkeiten. Größtes Manko ist aus meiner Sicht das fehlende Display, denn um die Zwischenergebnisse zu betrachten, wird immer die App benötigt. Und durch die ständige Bluetooth-Verbindung verringert sich die Akkulaufzeit des Smartphones rapide.

Die Auswahl an Aktivitäten ist nicht vollständig und auch die fehlende Messung von Höhenmetern und Treppenstufen empfinde ich als Nachteil.

Bei der Schlafprotokollierung hätte ich mir den automatischen Wechsel in den Schlafmodus gewünscht, da das Drücken des Knopfes vor dem Schlafengehen leicht vergessen werden kann.

Die Lebensmittel-Datenbank ist zwar gut bestückt, dennoch fehlen noch zahlreiche Speisen – mir ist aber klar, dass es so gut wie unmöglich ist, wirklich alle existierenden Nahrungsmittel einzupflegen.

Als sehr schade empfinde ich auch das Fehlen einer Pulsmessung und die Tatsache, dass das Jawbone nicht wasserfest ist.

In Foren und von Freunden habe ich auch schon oft gehört, dass nach ein paar Monaten der Akku plötzlich zu streiken beginnt und eine Ladung nur mehr wenige Stunden hält. Fairerweise muss ich an dieser Stelle aber erwähnen, dass ich damit zum Glück noch kein Problem hatte.

Jawbone UP3

Anscheinend wurden meine stillen Gebete erhört, denn beim bald erscheinenden Jawbone UP3 wurden allerlei Funktionen verbessert:

  • das Design ist noch schmaler und ansprechender
  • die Art der sportlichen Aktivität wird automatisch erkannt und muss nicht im Nachhinein eingegeben werden
  • zusätzlich zum Leicht- und Tiefschlaff wird nun auch die REM-Phase aufgezeichnet
  • in regelmäßigen Abständen wird die Herzfrequenz gemessen
  • durch Sensoren wird sowohl die Haut- als auch die Raumtemperatur gemessen
  • das Jawbone UP3 ist bis zu 10 Metern wasserfest
  • mit einem späteren Update sollen die kontinuierliche Messung der Herzfrequenz sowie die Aufzeichnung der Atemfrequenz und der Schweißproduktion nachgereicht werden

Fazit

Im Großen und Ganzen bin ich zwar sehr zufrieden mit meinem Jawbone UP24, dennoch werde ich auf das UP3 umsteigen, sobald dieses erhältlich ist. Die zusätzlichen Features sind einfach zu verlockend – da nehme ich die Tatsache gerne hin, dass der Akku „nur“ 7 Tage lang hält.

Für alle, die eine kostengünstige Alternative zum Jawbone suchen, kann ich das kürzlich erschienene Jawbone UP Move empfehlen. Dabei handelt es sich um ein Einsteigermodell, das sowohl am Handgelenk als auch als Clip an der Kleidung getragen werden kann. Auch damit können die Aktivität, der Schlaf und die Essensgewohnheiten getrackt werden.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.