Innovative Benutzerbindung dank Indoor-Ortung

Innovative Benutzerbindung dank Indoor-Ortung

Ziel jedes App-Betreibers ist es, den Benutzer so stark und so lange wie möglich an eine App zu binden. Eine häufige Methode um dieses Ziel zu erreichen ist Gamification. Um den spielerischen Effekt noch einmal zu verstärken, liegt es nahe, die im Handy verbaute Hardware entsprechend zu nutzen. Besonders beliebt ist die Verwendung von Location Based Services (LBS). Neben klassischen Implementierungen wie GPS, kommen in den letzten Jahren immer mehr neue Technologien bei der Indoor-Ortung wie Bluetooth Low Energy (BLE) zum Einsatz.

Benutzerbindung durch iBeacons

Der erste Gedanke zum Thema iBeacons ist meist mit Push-Notifications verbunden. Dass es allerdings recht unangenehm ist, beim Gang durch ein Einkaufszentrum permanent mit Push-Notifications konfrontiert zu werden, wird von vielen App-Betreibern schnell vergessen. Eine elegantere Lösung ist eine Kombination aus iBeacons und Gamification. So kann beispielsweise aufgezeichnet werden, wie oft sich ein Benutzer in einem Geschäft, Restaurant, Einkaufszentrum oder ähnlichem aufhält. Je nach Häufigkeit kann dann ein entsprechender Benutzer-Status vergeben werden, der Zugang zu besonderen Mehrwerten verschafft. So ist es beispielsweise denkbar exklusive Angebote nur an Heavy-User zu vergeben.

Ein klassisches Beispiel für Gamification mit Hilfe von iBeacons ist auch das Verteilen von Punkten für bestimmte Handlungen. So könnte etwa ein Fitnessstudio-Betreiber Punkte für das Betreten eines Fitnessstudios bzw. für die Verweildauer vergeben und somit die fleißigsten Besucher auf einer Rangliste darstellen.

Grundsätzlich basieren diese Funktionen auf klassischen Check-ins, der große Vorteil ist allerdings, dass diese automatisch passieren und der Benutzer diese nicht selbst durchführen muss.

Beispiel Shopkick

Ein besonders erfolgreiches Beispiel für Gamification und iBeacons ist die App Shopkick (aktuell in den USA als iOS- und Android-Version für Smartphone und Tablet verfügbar). Mit der App wird jeder Kunde für seinen Besuch bei teilnehmenden stationären Händlern belohnt. Kauft der Kunde zusätzlich noch Waren im Geschäft oder scannt Produktinformationen am Point-of-Sale, erhält der Kunde weitere Belohnungspunkte. Der Kunde lädt die App auf sein Smartphone. Bei jedem Besuch erkennt die App einen lautlosen Beacon und belohnt den Besuch der Filiale. Kauft der Kunde Produkte oder scannt er Produktinformationen am Point-of-Sale ab, erhält er weitere Belohnungspunkte. Die Prämienwelt ist vielfältig. u.a. Gutscheinkarten der teilnehmenden Händler, iTunes Download Codes, Kinotickets oder ein kostenloses Kaffeegetränk. Auch spezielle Discounts für die stationären Händler (z. B. 20% auf den nächsten Einkauf) können die Kunden als Belohnungsoption wählen. Partner von Shopkick sind unter anderem macy’s, Levi’s und Pampers.

Screenshot: Shopkick iPhone-App

Screenshot: Shopkick iPhone-App
Quelle: http://vator.tv/news/2012-07-18-macys-brings-shopkick-rewards-to-800-locations

Das Marktforschungsunternehmen Nielsen hat diese Lösung als Nr. 1 der weltweiten Händlerapps gekürt. Aus der aktuellen Statistik werden beeindruckende Zahlen geliefert. Die Nutzungsdauer der App ist mit 2h 37 min (Benutzer/Monat) enorm. Die Kunden verbringen ca. 7 Min. pro Session in der App. Damit ist Shopkick im Vergleich zu bestehenden Händlerapps wie z. B. jene von Starbucks, Walmart oder Safeway weit vorne.

Relevanz und Ausblick

iBeacon-Spiele sind eine nicht zu unterschätzende Möglichkeit reine Informations-Apps zu mehr Würze zu verhelfen. Die meisten Einkaufszentren verfügen über Apps, die Informationen zu Geschäften und Öffnungszeiten liefern. Diese Apps bieten allerdings keinerlei Mehrwert zur Website und sind somit nicht wirklich interessant für Benutzer. Gamification-Modelle mit iBeacons könnten hier Abhilfe schaffen.

Leider gibt es in Österreich noch kaum derartige Lösungen. Eine größere Aufgeschlossenheit des Handels in diesem Bereich wäre sehr wünschenswert. Der Erfolg von Apps wie Shopkick zeigt, dass derartige Apps ein mächtiges Instrument zur Kundenbindung sind. Allerdings können sie nur mit Unterstützung von Handelsunternehmen bestehen und wachsen.

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