Mobile Health – In Zukunft gesünder durch Apps?

Mobile Health – In Zukunft gesünder durch Apps?

Drei der weltweit größten Mobiltechnologie-Unternehmen – Apple, Google und Samsung – haben in den letzten Monaten mehr oder weniger ausgereifte Plattformen für Gesundheitsdaten vorgestellt. Damit soll die zentrale Aufzeichnung unserer Vitaldaten mittels diverser Wearables wie Armbänder oder Smartwatches und ihre Auswertung durch Apps erleichtert werden.

Retina

Zukunftsvision von Mobile Health

Der Markt für „smarte Devices und Wearables“ boomt. Übers Internet verbunden, wird heutzutage mit unterschiedlichsten Geräten (Smartphone-Apps, Waagen, Pulsuhren, Blutdruckmessgeräten, Schlaftrackern, …) eine eigenständige und automatisierte Aufzeichnung der eigenen Fitness und Gesundheit möglich. Das IoT (Internet of Things) ist somit ein wichtiger Motor für mHealth, dessen Ziel es ist, die Patienten bei gesünderem Verhalten technologisch zu unterstützen und das Bewusstsein für Gesundheitsfragen zu erhöhen. So könnte Digital Health nicht nur dazu beitragen, die Gesundheit des Einzelnen zu verbessern, sondern auch die Kosten im Gesundheitssystem senken und dessen Qualität und Effizienz steigern.

Zu Grunde liegen hier große Mengen an unterschiedlichsten Gesundheitsdaten, welche jede App momentan eigenständig für ihren Anwendungsbereich speichert. Vision von HealthKit und Google Fit ist es, nach dem Prinzip von „Big Data“ diese breite Palette aus unterschiedlichen Daten (medizinische und physiologische Daten, Aktivitäts- & Umweltdaten) zu sammeln und zentral zu speichern. Erst dadurch können Daten in Verbindung gesetzt, Fakten extrahiert und analysiert werden, was großes Potential bietet, die Forschung auf dem Gebiet der Gesundheitsfürsorge zu unterstützen (Krankheitsmuster erkennen, Zusammenhang zwischen Krankheiten und Umweltfaktoren entdecken, Wirkung von Medikamenten protokollieren).

Wir stehen damit vor der Herausforderung, diese Menge an gesammelten Gesundheitsdaten effizient zu nutzen und dabei aber nicht aus den Augen zu verlieren, dass es sich um höchst sensible Daten handelt, wo Datenschutz sichergestellt sein muss.

Die Systeme im Detail

iOS HealthKit

Bei der WWDC 2014 hat Apple Health und HealthKit vorgestellt, das im Herbst mit iOS8 veröffentlicht wurde. Ähnlich wie in Passbook Tickets oder Gutscheine verwaltet werden, können in HealthKit Gesundheitsdaten gesammelt werden. Diese stammen aus diversen Apps oder von Accessoires wie dem z. B. dem Nike+ Fuelband oder dem Smart Glucometer. Die Health-App selbst, aber auch Fremdapps oder diverse Wearables, können mit Zustimmung des Nutzers via HealthKit Daten mit der Zentrale Health und somit auch untereinander austauschen und auswerten (Erinnerungsfunktionen, Trainingspläne…)

Google Fit

Google Fit wurde bei der Google I/O 2014 vorgestellt und ist ein Pendant zu Apples HealthKit. Mit Google Fit will das Unternehmen ebenfalls das zentrale Problem der Branche lösen und eine offene Plattform schaffen, auf der die gesammelten Daten verschiedener Wearables konsistent zusammenfließen.

Mögliche Anwendungsfälle findet man bei Google’s Ideenwerkstätte, wo interessante Ideen und Anregungen aufgelistet sind.

Interessantes Detail am Rande: Bereits vor einigen Jahren hatte Google mit „Google Health“ eine Gesundheits-Plattform angeboten, stellte diese aber 2012 wieder ein, da sie angeblich kaum verwendet wurde. Möglicherweise erhält Googles neue Plattform nun gemeinsam mit „Android Wear“ den nötigen Aufwind, um nun erfolgreich zu werden.

SAMI und S-Health

SAMI (Samsung Architecture Multimodal Interaction) ist ein Cloud-basiertes Service von Samsung, das einerseits einen einfachen Zugriff auf die im Gerät eingebauten Sensoren (z. B. Lagesensor, Beschleunigungssensor) bietet, aber auch standardisierte Schnittstellen nützt, um auf weitere Sensorgeräte am Markt zugreifen zu können. S-Health ist exklusiv für das Samsung Galaxy S5 erhältlich, wodurch der Einsatzbereich ein ziemlich eingeschränkter ist. Der Ansatz von S-Health als zentrale Sammelstelle für Gesundheits- und Fitnessdaten zu agieren ist ähnlich wie der von Health unter iOS.

Microsoft’s HealthVault

Ähnlich wie Google Health gibt es auch Microsofts HealthVault schon seit einigen Jahren und hat sich genauso wenig durchgesetzt, obwohl es ähnliche Funktionen bot wie Apples HealthKit (Schnittstelle zum Datenaustausch, Anbindung an diverse Apps und Geräte).

Ist die Zeit reif?

Möglicherweise gelingt den Gesundheitsplattformen erst jetzt, durch die große Verbreitung von Smartphones und den Boom von Wearables und Smartwatches, der Durchbruch. Es stellt sich die Frage, inwieweit es möglich sein wird, durch Datenschutzmaßnahmen das Vertrauen des Einzelnen in Informationssysteme im Gesundheitssektor zu stärken. Eine durchdachte App-Konzeption kann sicherlich die User zur Teilnahme motivieren: z. B. durch Gamification & Gruppendynamik  (dacadoo, mySucr, SuperBetter), Live Feedback & Erfolgsprotokollierung (soma-analytics, myfitnesspal, MyTherapy) oder Belohnungssystemen (Charity Miles, EveryMove, GymPact, Mango Health).

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