Die Entstehung einer Mobile App: Von der Idee über den App Store aufs Smartphone – Teil 1

Die Entstehung einer Mobile App: Von der Idee über den App Store aufs Smartphone – Teil 1

Bei der Vielzahl an verfügbaren Apps in den Stores liegt die Annahme nahe, dass die Erstellung einer solchen gar nicht so schwierig sein kann. Also schnell im Web nach einer Anleitung gesucht und darauf los programmiert. Doch spätestens hier trennt sich die Spreu vom Weizen. So ist es wichtig, bei der Erstellung das Gesamt-Ökosystem App und nicht nur die reine Entwicklungsarbeit zu betrachten.

Der folgende 1. Teil des Artikels beleuchtet einige der einzelnen Teilaufgaben des kompletten App-Entwicklungsprozesses und zeigt, auf welche Faktoren Rücksicht zu nehmen ist bzw. wie viel Zeit und Energie eigentlich in einem dieser praktischen Miniprogramme steckt.

Erstellung einer App

Die App-Erstellung beginnt mit einer Idee auf dem Papier

Visionäre Idee

Alles beginnt entweder mit einer Idee oder im besten Fall schon mit einem konkreten Bedarf für die neue App. Der erste Schritt führt dabei unweigerlich zur Konkurrenz und es stellt sich die Frage, ob es schon vergleichbare Konzepte am Markt gibt- Wenn ja, sollten Sie in jedem Fall analysieren, wie die Produkte angenommen werden und wo Potenzial für Erweiterungen und Verbesserungen besteht. Außerdem sind nicht alle Inhalte in den Stores erlaubt, so unterliegen z.B. Apps für Glückspiel starken Einschränkungen (App Store-Richtlinien für Glückspiel-Apps). Prüfen Sie daher auch die rechtliche Komponente und vergewissern Sie sich, dass die Richtlinien der einzelnen Stores Ihrer Idee keinen Strich durch die Rechnung machen.

Definieren Sie einzelne Use Cases und vor allem die geplante Zielgruppe für Ihre App. Daraus lässt sich relativ rasch ableiten, ob die Idee am Markt eine Chance haben kann und ob die geplante App überhaupt alltagstauglich ist. Vermutlich können Sie auch bereits jetzt schon definieren, wie die Vermarktung der App aussehen kann (kostenlos, € 0,99, Freemium, u.a.) und ob diese vielleicht doch noch – auf Grund der Ausgefallenheit der Vision – nach einem Prototypen verlangt.

Detailliertes Konzept

Irgendwann ist der Zeitpunkt gekommen, an dem die (so gut es ging) auf Herz und Nieren geprüfte Idee konkrete Formen annehmen muss. Stecken Sie lieber etwas mehr Energie in die Konzeptionsphase und denken Sie sich alle Feinheiten und Use Cases genau durch – grobe Konzeptänderungen machen später während der Entwicklungsphase nämlich richtig Aufwand.

Ein gutes Konzept beinhaltet neben einer Zieldefinition und den Use Cases, eine detaillierte Beschreibung der einzelnen Komponenten und Wireframes. Wireframes (=Drahtgittermodelle) visualisieren als Strichzeichnung ohne Design und somit auf einfachste Art und Weise, wie einzelne Elemente und Funktionen auf den Screens positioniert werden. Dadurch lassen sich relativ schnell und unkompliziert die genaue Funktionsweise und vor allem die einzelnen Abläufe innerhalb der App visualisieren.

Doch damit noch nicht genug: Planen Sie bereits jetzt, woher Sie die in der App benötigten Daten beziehen können, welche externen Schnittstellen angebunden werden müssen, ob die App auch ohne Internet bzw. Datenverbindung funktionieren muss und wie der Nutzer am Ende trotzdem immer aktualisierte Daten angezeigt bekommt. In vielen Fällen werden Sie vermutlich auch eine Serverkomponente zur Bereitstellung und Aufbereitung von Daten benötigen – auch diese muss konzipiert werden. Prüfen Sie, welche Möglichkeiten Ihnen einzelne Mobile Plattformen bereits bieten, die Sie daher nicht selbst nachbauen müssen (z. B. Sharing von Inhalten). Entscheiden Sie aufgrund dessen, sowie aufgrund der Komplexität bzw. der benötigten Technologien (Push-Notifications, Bluetooth, iBeacons, etc.), auf welcher technologischen Basis die App verwirklicht werden soll. Mit anderen Worten: Ob Sie also eine native App oder eine Webapp entwickeln möchten (weitere Infos dazu auch unter „Web-Apps – Wann ist ihr Einsatz sinnvoll?“).

Zu guter Letzt müssen Sie sich noch entscheiden, ob Sie eine Smartphone-App, eine Tablet-App oder gar beides bauen wollen.

Behalten Sie während der Konzeptionsphase in jedem Fall die aktuelle technische Realisierbarkeit bzw. den Markt im Auge und richten Sie bei Bedarf Ihre Strategie neu aus.

Herausragendes Design

Auf Basis der in der Konzeptionsphase erstellten Wireframes lässt sich das Design der App erstellen. Neben den Vorgaben der eigene Corporate Identity, sind natürlich auch einige Aspekte der einzelnen Plattformen und des Nutzungsszenarios Smartphone zu beachten. So gibt es gerade unter Android verschieden große Displays und verschiedene Auflösungen. Schaltflächen müssen groß genug sein, um auch leicht vom dicksten Finger erwischt werden zu können und aktuelle Design-Trends der Plattformen sind zu berücksichtigen. So ist aktuell ein klarer Trend zu Flat Design, Unschärfe, Transparenz und Tiefe zu beobachten.

Sie können entweder ein einheitliches Design für alle Plattformen erstellen, oder besser: Sie orientieren sich an den von den einzelnen Plattformen vorgegebenen UI-Richtlinien und optimieren das gemeinsame Design individuell für jede Plattform. Dadurch finden sich auch ungeübte Nutzer sofort in Ihrer App zurecht. Der Designer muss sich nicht nur um die einzelnen Screens kümmern, sondern auch um die Definition entsprechender Übergänge und Animationen.

Egal wie Sie sich entscheiden, Sie sollten auf keinen Fall auf ein aussagekräftiges und herausragendes App-Icon verzichten. Denn dieses kleine Quadrat am Bildschirm ist das Tor zwischen dem Nutzer und unserer App – und dieses sollte so leicht wie möglich unter all den anderen zu finden sein.

 

Nächste Woche erfahren Sie in „Entstehung einer Mobile App – Teil 2“ wichtige Informationen über die Vermarktung, das Testing, die qualitative Umsetzung und die Schritte nach der App-Veröffentlichung.

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