Die größten Kosten-Faktoren bei der Erstellung einer App

Die größten Kosten-Faktoren bei der Erstellung einer App

In meiner Laufbahn als CTO der bluesource – mobile solutions gmbh ist folgende Frage vermutlich am häufigsten gefallen: „Was kostet eigentlich eine App?“ Gerne antworte ich auf diese Frage mit einer Gegenfrage – „Was kostet eigentlich ein Auto?“

Grundsätzlich ist jener Frage vorauszuschicken, dass zwischen App-Entwicklung und klassischer Software-Entwicklung kein Unterschied gemacht werden sollte. Ist dies der Fall, so läuft man als Konsument schnell Gefahr, nicht das gewünschte Ergebnis zu erhalten.

Nehmen wir noch einmal das Beispiel der Kosten eines Autos: Beim Auto muss man zwischen Entwicklungskosten und Einkaufspreis unterscheiden. Einen neuen Kleinwagen kann man schnell einmal um € 15.000 erstehen, aber die Entwicklungskosten des Kleinwagens gehen vermutlich in die Millionen. Genauso verhält es sich mit einer App: Es sind die Entwicklungskosten zu betrachten.

Um nun auf die eigentliche Frage zurückzukommen: Was machen nun die Kosten der App-Entwicklung tatsächlich aus? Ein App Projekt wird grob in verschiedene Phasen unterteilt.

Phasen der App-Erstellung

Phasen der App-Erstellung

Was in diesen einzelnen Phasen im Detail passiert, habe ich versucht im erstellten Blue-Print darzustellen: Blueprint Erstellung einer App.

Oftmals werden App-Ideen bereits in Phase 1 nach einem Beratungsgespräch wieder verworfen. Problematisch ist oft die Vorstellung der Kunden, dass diese „Mini-Programme“, die wir in den App-Stores gratis vorfinden, keinen Aufwand bedeuten. Tatsächlich ist es aber so, dass gerade bei Programmen, die über einen kleinen Touch-Screen bedient werden sollen und bei denen auch eine Fülle von Daten verarbeitet wird, mehr Aufwand in den Bereichen der Konzeption und des Screendesigns verursacht wird, als bei klassischen Web Anwendungen.

Natürlich existieren auch sehr kostengünstige Apps, die keinerlei Kommunikation mit einem Server benötigen und deren Geschäftsmodell ein In-App Purchase oder gar eine Bezahl-Applikation sind. Doch gerade wenn eine Firma hinter der App steht, welche nicht gerade eine Brand-Kampagne starten möchte, möchte dieses Unternehmen den Kunden zumeist eine Art Feedbackmöglichkeit oder gar eine Bestellmöglichkeit über die App geben.

Wenn Sie sich das nächste Mal ein App-Angebot einholen und dieses um Faktoren billiger ist als bei anderen Anbietern, stellen Sie kritische Fragen, was denn alles in diesem Angebot enthalten ist. Haben Sie denn die Möglichkeit, beim Screendesign einzugreifen oder müssen Sie das Design selbst liefern? Wie wird die Qualität der App gesichert? Gibt es einen Hardware-Testpool um auf die verschiedenen Eigenschaften der verschiedensten Geräte einzugehen? Wie wird mit dem Thema Internationalisierung umgegangen? Müssen Sie sich die Screenshots für die App-Stores selbst erstellen? Wie kommen Sie zu Testdaten und wie verhält sich Ihre App dann unter Last? Wird darauf Rücksicht genommen oder führt Ihr Auftragnehmer nur Labor Tests durch?

Einen Tipp darf ich zum Schluss noch geben: Eine schlecht produzierte App kann mehr Schaden für das Image Ihrer Firma anrichten, als keine App anzubieten. In Zeiten, in denen der Konsument Ihre App direkt im App-Store bewerten kann und Sie aber (zumindest im iTunes Store) keine Rechtfertigung abgeben können, sollte eine App und das Konzept dahinter auf Herz und Nieren geprüft sein, ehe Sie für Millionen Menschen verfügbar gemacht wird.

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